Die Flora ist der Botanische Garten der Stadt Köln.
Der kölner Garten wurde bereits 1864 eröffnet und seitdem immer wieder erweitert. Die Anlage liegt im nördlichen Stadtteil Riehl. Die Idee eines neuen Botanischen Gartens entstand bereits zwei Jahre zuvor, da am Alten Botanischen Garten am Kölner Dom , der bereits im Jahre 1801 eröffnete worden war, der neue Hauptbahnhof entstehen sollte. Unter der Schirmherrschaft der Ehefrau Kaiser Wilhelms I. Kaiserin Augusta wurde hierfür eigens die Flora AG, eine Aktiengesellschaft zur „Anlage eines Botanischen Zier- und Lustgartens“ gegründet.
Die Flora AG erwarb für 22.130 Taler ein 5,6 Hektar großes Grundstück in unmittelbarer Nähe des Kölner Zoologischen Gartens. Mit der Architektur und Planung des Projekts wurde der Königliche Generalgartendirektor Peter Joseph Lenné beauftragt, der in einem grandiosen Zusammenspiel verschiedene deutsche Stilrichtungen mit ausländischen Komponenten verknüpfte. Am 14. August 1864 konnte die Flora schließlich feierlich eingeweiht werden. Gründungsdirektor der Flora war von 1862 bis 1890 sein Schüler Julius Niepraschk. Bis heute ist der Eintritt zur Anlage für die Öffentlichkeit kostenlos.
An das Grundstück der Flora angrenzend entstand in den Jahren 1912 bis 1914 ein weiterer 4,7 Hektar großer Botanischer Garten, der hauptsächlich Forschungs- und Lehrzwecken dienen sollte. Die wissenschaftliche Leitung übernahm die Handelshochschule Köln und ab 1919 die neugegründete Universität Köln. Die beiden Anlagen waren zu dieser Zeit noch durch eine Mauer voneinander getrennt. Erst im Jahre 1920 wurden beide zu einem großen Botanischen Garten vereint.
Zu den sehenswertesten Einrichtungen des Gartens gehört ein monumentaler Wintergarten aus Eisen und Glas, der im Zentrum der Anlage zu bestaunen ist. Er wurde von dem Architekten Max Nohl entworfen, der sich sehr stark an Pariser und Londoner Vorbildern orientierte. Der ursprünglich als Palmenhaus konzipierte Glaspalast diente zeitweise auch als Ballsaal für die noble Gesellschaft der Stadt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gerat die Flora mehr und mehr in finanzielle Nöte, da die Betriebskosten die Einnahmen um ein Vielfaches überstiegen. Ab 1909 wurde sie von der Stadt, die große Aktienpakete erworben hatte gefördert. Im Jahre 1919 ging der pflanzlich blühende, jedoch wirtschaftlich marode Betrieb vollends an die Stadt Köln über. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Flora stark beschädigt.
Den Wiederaufbau nutzte man für eine grundlegende Umgestaltung des Botanischen Gartens, der schließlich am 29. Dezember 1949 feierlich wiedereröffnet wurde. In den folgenden Jahren entstanden ein kleineres und ein größeres Tropenhaus sowie ein Kakteenhaus. Ein tropischer Garten mit verschiedenen Sumpf- und Wasserpflanzen wurde im Jahre 1957 anlässlich der Bundesgartenschau angelegt. Das monumentale Festhaus wurde anlässlich seines 150. Geburtstag aufwändig renoviert, ausgebaut und am 10. Juni 2014 feierlich wiedereröffnet.